DIE RICHTIGE ERNÄHRUNG

An jedem Tag im Leben unserer Hunde müssen wir den Bedürfnissen ihres Verdauungssystem gerecht werden. Ihre Ernährungsbedürfnisse unterscheiden sich von den unseren, und weil unsere Vierbeine für ihre Beute nicht mehr selbst verantwortlich sind, sondern ständig Futter erhalten, ist Übergewicht ein häufiges Problem geworden. Wenn Du Deinen Hund ausgewogen ernährst, seine Ernährung im Laufe der Zeit seinem Alter anpasst und dafür Sorge trägst, dass sein Zahnfleisch und seine Zähne gesund bleiben, kannst Du seine Lebenserwartung durchschnittlich um 18 Monate erhöhen.

Auch wenn mollige Welpen süß sind, haben sie dennoch zu viele Fettzellen ausgebildet. Diese später wieder zu vermindern ist weitaus schwieriger, die Zahl der der Fettzellen zu vermindern. Schlanke Hunde leben durchschnittlich 18 Monate länger als mollige, da ihre Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt ist und ihre Herztätigkeit nicht beschleunigt agiert. Es liegt an uns Menschen, sie gesund zu erhalten.

Wenn man über die Fütterung eines Raubtiers nachdenkt, dann kommt man nicht umhin, auch über rohes Fleisch, Innereien, rohe Eier, Gemüse und Früchte nachzudenken. Denn das ist sicherlich das Natürlichste, was es für die Hundefütterung gibt. Der Fachbegriff hierfür heißt BARFEN („Biologisches artgerechtes rohes Futter“, zu deutsch „Knochen und rohe Nahrung“).

Beim Kauen von Knochen werden die Zähne gesäubert und das Zahnfleisch massiert. Allerdings sind verschluckte Knochensplitter diejenigen Fremdkörper, die Tierärzte am häufigsten herausoperieren. Rohes Fleisch ist leider nicht selten mit E. coli oder Salmonellen kontaminiert, welche gefährlich für den Hund und auf Menschen übertragbar sind.

Erinnert man sich an früher zurück, dann haben Hunde das gefressen, was vom Mittagstisch übrig war. Damals gab es überhaupt nicht die Möglichkeit, zwischen unendlich verschiedenen Trockenfutter- und Dosensorten auszuwählen. Hunde wurden damit gefüttert, was da war.

Sei Dir dessen bewusst, dass die Tierfutterindustrie wie jede andere funktioniert und entsprechend gewinnorientiert ausgerichtet ist. Sie wollen nicht immer unbedingt das Beste für den Hund oder für Dich, sondern häufig lediglich ihren Gewinn maximieren.

Der Hund benötigt jedoch zwingend bestimmte Nährstoffe, um gesund zu bleiben. Zu diesen gehören insbesondere Fette und Proteine. Letztere bestehen aus unterschiedlichen Aminosäuren, die das Körpergewebe und alle Enzyme aufbauen, die wiederum die chemischen Reaktionen im Hundekörper katalysieren. Die natürlichste Proteinquelle ist Fleisch. Fette sind notwendig um wichtige Vitamine zu transportieren und sind energiereich, da sie doppelt so viele Kalorien enthalten als Proteine.

Früher gab es Trockenfutter in zwei oder drei verschiedenen Variationen. Heute werden Varianten für Junior, Mittelalt, alt, low fat, sensitiv etc. angeboten.

Ohne Dir konkret zu raten, welches Hundefutter für Deinen Hund das einzig Beste ist, möchte ich Dir nachfolgend ein paar Anregungen geben, was man beim Kauf beachten kann.

Die wichtigsten Qualitätsmerkmale

Ob ein Hundefutter gut oder schlecht ist, kann man am besten daran erkennen, welche Zusammensetzungen darin enthalten sind. Dabei ist zu erwähnen, dass das, was hinten auf der Packung angegeben wird, auch enthalten sein muss. Genauso wie bei Lebensmitteln ist auch bei Hundefutter die Zutatenliste so aufgelistet, dass Inhaltsstoffe, die den prozentual höchsten Anteil aufweisen, zuerst aufgelistet werden. Die weiteren Zutaten sind dann in absteigender Abfolge dahinter angeordnet. Für die meisten Hundehalter ist das Hauptkriterium für gutes Futter ein hoher Fleischanteil. Die Futtermittelindustrie und die Gesetzgebung machen es dem Konsumenten leider nicht sonderlich einfach, herauszufinden, wie viel Fleisch nun tatsächlich im Futter enthalten ist.

Vielfach tauchen in diesem Zusammenhang merkwürdige Begriffe wie „Tiermehl“, „Fleischmehl“, „Geflügelfleischmehl“ auf. Als Konsument ist man leicht überfordert und weiß nicht, was damit gemeint ist. Interessant zu wissen wäre nun, welche Bestandteile zu den eben genannten Begriffen wie Tiermehl, Fleischmehl und Geflügelfleischmehl gehören.

Bei der Schlachtung und der Verarbeitung eines Tieres fallen verschiedenste Produkte an. Enthalten ist zum einen das nahrhafte Muskelfleisch, aber leider auch tierische Nebenerzeugnisse wie z.B. der Schnabel, Füßchen, die Knochen sowie Innereien.

Welche Futtermittel überhaupt zugelassen sind und wie diese deklariert werden müssen, regelt die Futtermittelverordnung. Was man diesbezüglich noch wissen sollte, ist, dass es vor dieser Verordnung ein Futtermittelgesetz gab. Dort wurde noch ausdrücklich definiert, dass Tiermehl aus tierischen Nebenerzeugnissen hergestellt werden kann und Fleischmehl nicht aus dem besteht, wonach es klingt, sondern aus purem Fleisch. Diese Unterscheidung machte es dem Käufer leichter zu entscheiden, ob er ein hochwertiges Produkt kauft. Diese Definitionen sind heute nicht mehr gültig. In der Futtermittelverordnung steht hierzu gar nichts mehr. Man kann sich also nicht mehr sicher sein, dass in Fleischmehl wirklich Fleisch enthalten ist.

Um Dir zu erklären, wie Du das an der konkreten Zusammensetzung hinten auf der Verpackung erkennen kannst, werden nachfolgend sechs Zusammensetzungen unterschiedlicher Produkte untersucht.

Die ersten zwei Beispiele sind Trockenfutter von sehr günstigen Marken:

Produkt 1 – 1,59 EUR / kg

Zusammensetzung: Mais, Weizen, Geflügelfleischmehl (1 %),Maisklebefutter, Gerste, Fleischmehl, …

Produkt 2 – 1,75 EUR / kg

Zusammensetzung: Getreide, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4 % aus 5 Sorten Fleisch)

Im ersten vorgestellten Produkt ist Geflügelfleischmehl enthalten und im zweiten Fleisch mit tierischen Nebenerzeugnissen. Bei Geflügelfleischmehl wird es sich aller Voraussicht nach nicht um gehaltvolles Muskelfleisch handeln. Es kann sein, muss aber nicht sein. Bei Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen ist zumindest ein prozentualer Anteil des Inhalts Fleisch. Aber wie viel Prozent davon, kann man aus den Angaben nicht herauslesen. Das bedeutet, dass im Fleisch mit tierischen Nebenerzeugnissen auch lediglich minimale Muskelfleischanteile enthalten sein können. Der Rest enthält dann nur tierische Nebenerzeugnisse. Sehr interessant ist auch die Angabe „5 Sorten Fleisch“; was soll der Kunde damit anfangen?

Man sollte daher wirklich darauf achten, wie explizit die Angaben gemacht werden. Ich achte immer darauf, dass der Fleischanteil wirklich an erster Stelle steht. Dies wird deutlicher in den nächsten zwei Mittelklasseprodukten:

Produkt 3 – 2,36 EUR / kg

Zusammensetzung: gemahlenes Hühnerfleisch (trocken) (27 %), Vollkornmaismehl aufgeschlossen, …

Produkt 4 – 3,35 EUR / kg

Zusammensetzung: Huhn (20 %), Mais, Geflügelprotein (dehydriert), Reis (10 %), tierische Fette, …

Im dritten vorgestellten Produkt ist 27 % getrocknetes Hühnerfleisch enthalten. Hier ist eindeutig beschrieben, was drin ist: getrocknetes Hühnerfleisch. Dabei gibt es keinen anderen Spielraum mehr für den Hersteller. Es muss hier pures Muskelfleisch verarbeitet sein.

Bei Produkt 4 wird das ganze allerdings wieder undurchschaubarer. Hier wird nämlich „20 % Huhn“ angegeben. Welche genauen Teile vom Huhn verarbeitet wurden, wird allerdings nicht klar definiert.

Produkte 3 und 4 sind gute Beispiele, um aufzuzeigen, dass manche Hersteller auch versuchen, mit ihren Angaben etwas zu schummeln. Dazu muss man wissen, dass der Futterhersteller die Möglichkeit hat, das Fleisch oder die Nebenerzeugnisse vor dem Trocknen zu wiegen.

Um den Fleischanteil von Produkt 3 mit Produkt 4 vergleichen zu können, muss erst die Feuchtigkeit bzw. der Wasseranteil herausgerechnet werden. Im Fleisch befinden sich schätzungsweise um die 70 % Wasser. Wenn man bedenkt, dass bei getrocknetem Fleisch gesetzlich ungefähr 10 % Restfeuchtigkeit übrigbleiben dürfen, müssen wir also von diesen 20 % Huhn noch 60 % abziehen und somit verbleibt insgesamt lediglich ein Anteil von 8 %. Davon wiederum ist ein ungewisser Anteil an Nebenerzeugnissen enthalten. Dies verschleiert offensichtlich, was wirklich enthalten ist.

Produkt 5 – 3,57 EUR / kg

Zusammensetzung: Mais, Geflügelmehl, Maiskleber, tierische Fette, …

Dass ein höherer Preis kein Indikator für bessere Qualität ist, erkennt man an diesem Produkt. Denn hier wird auch das minderwertige Geflügelmehl verwendet. Auch hier gilt: Es kann Fleisch enthalten sein, muss aber nicht. Für diesen Preis ist dieses Produkt wirklich nicht empfehlenswert.

Produkt 6 – 6,13 EUR / kg

Zusammensetzung: Hühnerfleisch (frisch) (ohne Knochen) (23 %), Hühnerfleisch (getrocknet) (15 %), frische Hühnerleber (5 %), frischer ganzer Hering (5 %), frisches Putenfleisch (frisch) (ohne Knochen) (4 %), Putenfleisch (getrocknet) (4 %), frische Putenleber (3 %), …

Bei diesem hochwertigen Produkt ist genau aufgelistet, wie viel von dem ungetrockneten Hühnerfleisch enthalten ist, wie viel vom getrockneten Hühnerfleisch und welche anderen Teile des Tieres enthalten sind. Dies kostet allerdings auch einen entsprechend hohen Preis. Für einen ausgewachsenen Labrador müsste man hiervon etwa 400 Gramm pro Tag verfüttern. Das würde einen stolzen Tagespreis von ca. 2.45 EUR ergeben. Die monatlichen Gesamtkosten beliefen sich damit auf ca. 72,50 EUR.

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